Wappen von Wedtlenstedt

Spielregeln beim Badminton


Grundausstattung

Das Badminton-Spielfeld ....

ist ein Rechteck und wird gemäß der untenstehenden Abbildung und den angegebenen Maßen angelegt und durch 40 mm breite Linien begrenzt. Die Linien gehören komplett mit zum Spielfeld.

Spielfeld beim Badminton


Der Federball ....

besteht aus einem Korkfuß mit Lederüberzug, in dem 16 Gänsefedern befestigt sind und wiegt 4,7 bis 5,5 Gramm. Der Federball kann aus Kunststoff gefertigt sein und muß in etwa wie ein Naturfederball fliegen.

Der Badmintonschläger ....

Die Schlagfläche des Schlägers muß eben sein und aus einem Muster von sich kreuzenden Saiten bestehen, die mit dem Rahmen verbunden sind, und dort, wo sie sich kreuzen, entweder abwechselnd verflochten oder geknotet sind. Das Saitenmuster muß im allgemeinen einheitlich sein und darf insbesondere in der Mitte nicht weniger dicht sein als an jedem anderen Punkt des Schlagflächenbereiches.
Die Schlägerlänge (Schaft und Schlägerkopf) darf 68 cm, der Schlägerkopf 28cm Höhe und 23 cm Breite, nicht übersteigen. Die angegebenen Größen sind Maximalmaße. Handelsübliche Badmintonschläger erfüllen in der Regel die genannten Bedingungen.

Das Spiel und die Zusammenhänge

Die SpielerInnen...

Das Doppelspiel wird von je zwei Spielern/Spielerinnen, das Einzel von je einer/m SpielerIn pro Feldseite bestritten. Spielen pro Seite eine Spielerin und ein Spieler, so wird von einem gemischten Doppel (Mixed) gesprochen.

Das Los...

Vor Beginn

Spiel und Punktestände...

Ein Spiel wird über zwei Gewinnsätze ausgetragen, d. h. es können maximal drei Sätze gespielt werden. Grundsätzlich darf zwischen den Sätzen eine Pause von 1 Minute gemacht werden. Nur zwischen zweitem und drittem Satz sind fünf Minuten Pause erlaubt.
In den Doppelspielen und in den Einzelspielen wird ein Satz bis 21 Punkte gespielt.

Der Seitenwechsel ...

der SpielerInnen erfolgt nach Beendigung des ersten und vor dem möglichen dritten Satz. In einem dritten Satz wird in den Doppel- und Einzelspielen bei erreichen von 11 Punkten die Seiten gewechselt.

Der Aufschlag...

muß in einem Zug erfolgen. Auf- und Rückschläger stehen innerhalb der diagonal gegenüberliegenden Aufschlagfelder und dürfen die Begrenzungslinien nicht berühren oder überschreiten. Die Füße beider müssen am Boden verbleiben. Beim Schlag muß das Racket deutlich nach unten zeigen und der Federball unter der Taille getroffen werden. Der Ball muß ins diagonal gegenüberliegende Aufschlagfeld gespielt werden.

Das Einzelspiel

Am Beginn eines Satzes und bei jeder geraden Punktzahl des Aufschlägers wird der Aufschlag vom rechten und bei ungerader vom linken Aufschlagfeld ausgeführt.
Der Ballwechsel wird solange fortgesetzt, bis ein Fehler passiert. Damit wird ein Punkt erzielt.

Das Doppelspiel

Bei Satzbeginn wird von der rechten Seite aufgeschlagen und bei ungeraden Punktestand von der linken Seite.

Das Mannschaftsspiel

Außer den zuvorgenannten Einzel- und Doppeldisziplinen gibt es auch Punktspiele für Mannschaften. Dort gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten: entweder fünf oder acht Spiele pro Spiel. Am meisten verbreitet ist das "8er-System". Dort werden zwei Herrendoppel, drei Herreneinzel, ein Damendoppel, ein Dameneinzel und ein Gemischtes Doppel gespielt. Im "5er-System" wird von jeder Disziplin jeweils ein Spiel gespielt. Beim "8er" kann es also auch Unentschieden (4:4) geben.

Der Satzsieger

Die Siegerseite führt den ersten Aufschlag eines folgenden Satzes aus.

Die Verwechselung...

liegt vor, wenn außerhalb der Reihenfolge bzw. vom falschen Aufschlagfeld aufgeschlagen oder Aufschlag angenommen wird.
Wird eine Verwechslung vor dem nächsten Aufschlag festgestellt, wird sie korrigiert und der Ballwechsel wiederholt. Es erfolgt keine Korrektur, wenn die Seite, die den Verwechslungsfehler beging, den Ballwechsel verlor.
Wird die Verwechslung nach dem nächsten Aufschlag festgestellt, erfolgt weder Korrektur der neuen Aufschlagreihenfolge, noch wird wiederholt. Der Punktestand bleibt unverändert.

Fehler sind:

* Aufschlag nicht korrekt ausgeführt
* Aufschläger trifft Ball nicht
* Aufschlagball bleibt im Netz hängen
* Ball fällt außerhalb der Begrenzungslinie oder überfliegt Netz nicht
* Ball berührt Dach, Decke, Seitenwände, Spieler oder Kleidung
* Der Schlag auf den Ball liegt in der gegnerischen Hälfte
* Nur bei korrektem Schlag darf der Schläger in der Ausschwungphase über das Netz bewegt werden
* SpielerIn, Bekleidung oder Schläger berührt das Netz
* SpielerIn gelangt in das gegnerische Feld
* SpielerIn behindert das gegnerische Feld
* SpielerIn behindert gegnerische/n SpielerIn bei Schlagausführung
* SpielerIn lenkt GegnerIn vorsätzlich durch Handlungen oder Laute ab
* Während eines Schlagwechsels wird der Ball auf einer Spielfeldseite zweimal hintereinander von einer/einem SpielerIn oder von dieser/diesem und ihrem/seinem PartnerIn geschlagen

Jeder begangene Fehler gilt für die/den GegnerIn als Gutpunkt.

Wiederholung...

des letzten Aufschlages erfolgt, wenn

* der Ball in das Spielfeld ragende Halleneinbauten, die an Wänden, Dach oder Decke befestigt sind, trifft
* der Rückschläger beim Aufschlag noch nicht bereit war
* sich der Ball nach Überfliegen des Netzes in diesem verfängt
* der Federball während des Spieles auseinander fällt

Ein interessanter Vergleich mit überraschenden Zahlen

Badminton ist Tennis meilenweit voraus

Badminton ist eine der rasantesten Racket-Sportarten die weltweit Millionen Anhänger gefunden hat. Ständig steigende Zuwachsraten haben das Spiel mit dem gefiederten Ball vom Mauerblümchen-Dasein zum Weltsport geführt.
Ein wissenschaftlicher Vergleich mit dem Tennissport ergab am Beispiel des Wimbledon-Endspiels von 1985 zwischen Boris Becker und Kevin Curren (Südafrika) sowie dem Badminton-WM-Finale zwischen dem Dänen Morten Frost und dem Chinesen Han Jian erstaunliche Aufschlüsse.
So legten die Badmintonspieler in einer Zeit von 90 Minuten über 7,3 Kilometer Wegstrecke zurück, während die Tenniscracks in drei Stunden Spielzeit "nur" 3,7 Kilometer bewältigten.
Pro Ballwechsel schlugen die Badminton-Spezialisten 13mal zu, die Tennis-Experten dagegen nur 3,4mal. Noch gravierender ist die Tatsache, daß die Tennisspieler bei ihrem Drei-Satz-Match lediglich 18 Minuten Ballkontakt (also reine Spielzeit) besaßen - das entspricht nur neun Prozent. Die Badmintonspieler dagegen 37 Minuten - entspricht 48 Prozent der Spielzeit.
Die durchschnittliche Herzfrequenz während eines Badminton-Einzels beträgt 160 bis 185 Schläge pro Minute, im Doppel 140 bis 170 Schläge (bei 30 bis 90 Minuten Gesamtspielzeit).
Der Kalorienverbrauch während eines Einzels beträgt pro Kilo Körpergewicht ca. 12,6 Kilokalorien/Stunde und der Gewichtsverlust pendelt sich auf ca. 2 Kilo ein. Diese angaben zeigen deutlich, welchen Belastungen Badmintonspieler ausgesetzt sind.

Badminton aus der Sicht des Mediziners

"Obwohl Badminton so federleicht aussehe, verlange der Sport - wenn man will - einem alles ab", meint Dr. Müller-Wohlfahrt. Dies habe eine Untersuchung der Universität Aachen ergeben: Bei 20 - 25jährigen Badmintonspielern ging der Puls bis zu 240 Schläge pro Minute hoch. Beim Tennis kommen Spieler allenfalls auf etwa 210 Schläge. Gibt es einen eindeutigeren Beweis, daß Badminton absoluter Leistungssport ist? So ist es kein Wunder, daß der Sportmediziner allen Badmintonspielern rät, sich gewissenhaft aufzuwärmen. Denn die Belastungen des scheinbar so leichten Spiels seien enorm, erklärt Müller-Wohlfahrt und gibt ein Beispiel: Der gesamte Bewegungsablauf beim Schmetterball läuft in weniger als einer Zehntelsekunge ab. Enorme Kräfte werden im Schultergelenk freigesetzt, und die müssen verkraftet werden.
Nach Ansicht des Sportmediziners Dr. Müller-Wohlfahrt trifft die Charakterisierung des Badminton-Sports von Wend-Uwe Boeck-Behrens genau zu. Der Ausbilder der A-Trainer im DBV schreibt in seinem Buch Badminton heute:
Der Badminton-Spieler benötigt das Konzentrationsvermögen eines Schachspielers, die Reflexe eines Tischtennis-Spielers, die Schnelligkeit eines Sprinters, die Wurfkraft eines Speerwerfers, die Kraftausdauer eines Eisschnellläufers, die Ausdauer eines 1000-Meter-Läufers sowie Wendigkeit, Spielwitz und technisches Können.